Sekundarstufe II – Konzept

Unsere gymnasiale Oberstufe (Jahrgangsstufen 11 bis 13) bietet die gleichen Abschlüsse wie die aller anderen Gesamtschulen und Gymnasien des Landes NRW.

Leitlinien

Rein rechtlich unterscheidet sich unsere Oberstufe nur in zwei Dingen von der einer staatlichen Schule: Erstens gehen wir davon aus, dass unsere Schüler die Leitlinien unserer Erziehung bejahen und am Unterricht des Fachs Religionslehre über den vorgesehenen Pflichtumfang hinaus bis zum Ende der Klasse 13 teilnehmen. Zweitens möchten wir, auch wenn unsere Schülerinnen und Schüler volljährig geworden sind, weiter Kontakt zu den Eltern halten. Die Rechte unserer volljährigen Schüler werden dabei in keiner Weise beschnitten. Wir freuen uns aber, wenn Eltern zum Beispiel auch weiter an Elternabenden teilnehmen, und laden in diesem Sinne Schüler und Eltern zu diesen Abenden ein. Diese beiden Unterschiede mögen unbedeutend wirken, sie verweisen aber darauf, dass wir einem bestimmten Menschenbild verpflichtet sind: Wir erwarten, dass unsere Schüler auch und gerade in der Oberstufe offen sind für Fragen, die das Wesen des Menschen berühren. Und wir wünschen uns, dass unsere Eltern ihre Kinder bis zum Ende der Schullaufbahn mit aufgeschlossenem Interesse begleiten.

Schwerpunkte

Wie oben erwähnt, unterscheidet sich unsere Oberstufe ansonsten formal nicht von denen anderer nordrhein-westfälischer Schulen. Der Unterricht findet in Jahrgangsstufe 11 in Grundkursen (GK) statt, in den Jahrgangsstufen 12 und 13 in Leistungskursen (LK) und Grundkursen. Unser Angebot umfasst die Fächer: Deutsch, Englisch, Französisch als fortgesetzte Fremdsprache, Französisch für Anfänger, Latein, Kunst, Musik, Literatur, Vokalpraktischer Kurs, Geschichte, Sozialwissenschaften, Geographie, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, katholische Religionslehre, evangelische Religionslehre und Sport. Als Leistungskurse bieten wir an: Deutsch, Englisch, Kunst, Geographie, Geschichte, Sozialwissenschaften, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik und Katholische Religionslehre. Auch evangelische Schüler können auf eigenen Wunsch am Leistungskurs Katholische Religionslehre teilnehmen. Wir haben für Schüler, die in die Jahrgangsstufe 12 eintreten, keine feste Blockung der Leistungskurse vorgegeben; sondern richten uns bei der Organisation der Kurse so weit wie möglich nach den Wünschen der Schüler. Die Vorgaben der Prüfungsordnung werden dabei selbstverständlich eingehalten. Ein deutlicher Angebotsschwerpunkt liegt im musischen Bereich (LK und GK Kunst, GK Musik, GK Literatur, GK vokalpraktischer Kurs) Der Literatur- und der vokalpraktische Kurs arbeiten auf Aufführungen hin. Der Literaturkurs ist Kernbestandteil einer Theater-AG, die bei entsprechendem Interesse auch für Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 13 offen ist.

Besinnung und Engagement

In der Jahrgangstufe 11, kurz vor den Halbjahreszeugnissen (i.d.R. gleich im Anschluss an die Weihnachtsferien) verlassen unsere Schülerinnen und Schüler drei Wochen lang die Schule und nehmen an einem Sozialpraktikum teil. Umfangreich vorbereitet, auch durch ältere Schüler, sucht sich jeder Schüler eine Einsatzstelle, an der er mit Menschen in Kontakt kommt, die auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Typische Einsatzstellen sind zum Beispiel Altenheime, Krankenhäuser, Kindergärten, Behinderteneinrichtungen, aber auch Migrationsdienste oder die Bahnhofsmission. In der Q1 (Jahrgangsstufe 12) gibt es drei Tage lang Gelegenheit zu religiöser Besinnung in Jugendbildungshäusern oder Klöstern. Hier gehen die Gruppen religiösen und weltanschaulichen Fragen nach. In der Regel finden die Tage religiöser Besinnung für alle Stufenmitglieder der Q1 zu Beginn der Fastenzeit statt.

Facharbeit

Jeder Schüler ersetzt gemäß der Ausbildungsordnung im zweiten Halbjahr der Qualifikationsphase (Q1.2) eine Klausur durch eine Facharbeit. Im Anschluss an eine Basisinformation haben die Schüler dann Zeit sich zu orientieren, um ihre Wahl zu treffen. Unmittelbar nach den Weihnachtsferien nehmen alle Schülerinnen und Schüler der Q1 an einem Methodentag teil. Sie erwerben oder vertiefen Methoden, über die sie für die Anfertigung einer Facharbeit verfügen müssen. Dabei geht es zum einen um die Propädeutik des wissenschaftlichen Arbeitens, also eine Hinführung zu strukturiertem Vorgehen bei der Materialbeschaffung, der Konzeption der Arbeit usw., sowie Vermittlung und Training der Standards, z.B. des angemessenen Zitierens, der formalen Vorgaben etc. Zum anderen erfolgt ein gezieltes Training im Umgang mit elektronischen Medien. Etwa vier bis fünf Wochen lang ist dann die Arbeitszeit, in der nach Möglichkeit keine Klausuren angesetzt werden, damit man sich weitgehend unbelastet durch andere Leistungsüberprüfungen einem Thema seines Interesses widmen kann.

Projektkurse

In diesen Wahlkursen arbeiten die Teilnehmer in einem Fach über zwei Halbjahre an anspruchsvollen Themenstellungen, die über die Inhalte des schulinternen Lehrplans hinausgehen. Gemäß den Richtlinien der Prüfungsordnung können die Ergebnisse im Abitur angerechnet werden. Der seit langem bewährte Projektkurs Theater (in der Q2, Jahrgangsstufe 13) setzt die Arbeit des Literaturkurses aus der Q1 fort, ist aber auch für neue Interessenten in der Q2 wählbar. Im Projektkurs Theater wird die Aufführung eines Theaterstücks erarbeitet – von der Texterstellung und der Inszenierung, den Kostümen und Kulissen über Special Effects, Licht, Ton bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit.

Seit dem Schuljahr 2020/21 können wir nun auch zwei weitere Kurse anbieten: Im Projektkurs Montessori, angeboten für den Jahrgang Q1, arbeiten die Teilnehmer fächerübergreifend an Fragestellungen rund um unsere Namenspatronin. Beispiele: Welche Auswirkungen hat eine „Montessori-Karriere“ auf die Berufswahl? Wie lässt sich klassisches Montessori-Material modifizieren, so dass es auch in der Oberstufe verwendet werden kann? Montessori und Sport – eine (un)mögliche Verbindung? Montessori weltweit – Blick über den Zaun.

Die Teilnehmer des Projektkurses Israel erarbeiten – ebenfalls im Jahrgang Q1 – Themen rund um das Heilige Land. Erklärtes Ziel ist es, die inhaltlichen und finanziellen Voraussetzungen für die Fortsetzung unserer Schulpartnerschaft mit einer israelischen Highschool zu schaffen und zusammen mit den verantwortlichen Lehrkräften einen Schüleraustausch zu organisieren.

Abschlussfahrten

Zu Beginn der Q2 finden die Kursabschlussfahrten statt. Diese als einwöchige Studienfahrten konzipierten Reisen sind bei uns ein verpflichtender Teil der Schullaufbahn und bieten je nach Reiseziel unterschiedliche thematische Schwerpunkte. In den vergangenen Jahren gab es Abschlussfahrten nach z.B. Italien, Spanien, Kroatien, Irland, Schottland und Österreich.

Schulbibliothek

Unsere Schüler- und unsere Lehrerbücherei haben wir zusammengelegt und grundsätzlich für die Schüler geöffnet. In diesem Selbstlernzentrum findet man Materialien wie Nachschlagewerke, Primär- und Sekundärliteratur sowie Internet-Arbeitsplätze und Kopiergeräte. Vor allem die Arbeit in den Leistungskursen, die in den Jahrgangsstufen 12 und 13 jeweils fünf Wochenstunden umfasst, soll schülerzentriertes und -gesteuertes Lernen fördern und weiterentwickeln und dabei auch Arbeitsphasen in der Bibliothek einschließen, um eigenständige und selbst organisierte Arbeit zu fördern.

Beratung

Gerade weil wir eine Gesamtschule sind und Schülerinnen mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen aus unserer Sekundarstufe I sowie von anderen Schulen in unsere Sekundarstufe II eintreten, ist uns wichtig, dass sich jede Schülerin und jeder Schüler auch in der Oberstufe persönlich „gesehen“ und gut beraten fühlt. Unser Oberstufenteam (der Oberstufenkoordinator und die weiteren Beratungslehrer) hat seine Büros auf der 2. Etage gleich bei den Oberstufenräumen. Das Team ist jederzeit ansprechbereit, und wenn die Büros einmal nicht besetzt sind, werden die Fragen kurzfristig per Mail beantwortet. So lernen die Schüler schon in der Einführungsphase (im Jahrgang 11), dass sie mit ihren kleineren oder größeren Problemen nicht allein sind, sondern Schüler und Lehrer gemeinsam nach Lösungen suchen. In der Einführungsphase ist nicht nur der jeweilige Beratungslehrer, der in der Stufe auch ein Kernfach unterrichtet, Ansprechpartner, sondern auch die beiden anderen Fachlehrer des Kernfaches, so dass jeder Schüler auch einen Tutor hat. In der Einführungsphase findet wie in der Sekundarstufe I in der Mitte des 1. Halbjahres eine Beratungskonferenz statt, in der sich die Fachkollegen darüber austauschen, welche Schülerinnen und Schüler noch Probleme mit dem Übergang in die Oberstufe haben. Die betroffenen Schüler und deren Eltern werden anschließend zu einem Beratungsgespräch eingeladen. Alle Zeugnisse und Laufbahnbescheinigungen werden in unserer Oberstufe grundsätzlich einzeln im Gespräch zwischen Beratungslehrer und Schüler ausgehändigt und besprochen. Ggf. werden im Rahmen dieses kurzen Gedankenaustauschs weitere Beratungstermine vereinbart.

Studien- und Berufsorientierung

Der Erwerb der Fachoberschulreife mit Qualifikation (FOR-Q) am Ende der Klasse 10 und der anschließende Eintritt in unsere Oberstufe bedeutet nicht automatisch, dass ein Schüler die Allgemeine Hochschulreife anstrebt. Bereits am Ende der Q1 (Jahrgangsstufe 12) kann man bei entsprechender Leistung den schulischen Teil der Fachhochschulreife erwerben, um dann nach einem einjährigen gelenkten Praktikum die vollständige Fachhochschulreife zu besitzen. Wie in der Sekundarstufe I werden unsere Schüler auch in der Oberstufe bei der abschlussbezogenen Berufs- und Ausbildungsorientierung begleitet. Dazu gehören neben den fortlaufenden Beratungen durch die Beratungslehrer u.a. auch die Informationen durch Fachleute der Bundesagentur für Arbeit, die regelmäßig Sprechstunden für Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 anbieten. Ein Schriftenstand, Hinweise auf außerschulische Veranstaltungen, die Zusammenarbeit mit einem Assessment-Center und die Teilnahme an einem Hochschultag sind weitere Möglichkeiten, sich zu orientieren. Erfahrungsgemäß finden auf diese Weise etwa 20 % eines Jahrgangs eine Alternative zur Allgemeinen Hochschulreife, etwa 80 % machen Abitur.